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23 Jan

Die Prüfung

Nachdem die Prüfungen zum 8. bzw. 7. Kyu abgelegt waren, war ich an der Reihe. Ich hatte gehofft, dass eine Mittrainierende gleichzeitig mit mir ihre Prüfung zum 5. Kyu ablegen würde, da bis auf wenige Details und die Kata alles gleich war. Aber dem war nicht so. Ich stand also ganz allein vor meinem Sensei und einem weiteren Prüfer und wusste, alle Blicke sind auf mich gerichtet. Ich hatte das Gefühl, mein Herz klopfte so laut, dass er es hören könnte. Zum Glück hatten alle sich schon an meine knallrote Gesichtsfarbe gewöhnt, sodass mich niemand daraufhin ansprach. Kumite und Kata hatte ich wieder und wieder geübt.

Die Prüfung begann mit den Einzel (Kihon) – Techniken und plötzlich sollte ich eine Technik rückwärts machen und ich wusste beim besten Willen nicht, was er von mir wollte. Ich hatte niemanden, der gleichzeitig mit mir machte, also konnte ich nicht abschauen und ich hatte keine Ahnung, was die Begriffe bedeuteten, was ich wie rückwärts machen sollte und ich war fix und fertig. Keine Ahnung wie, aber irgendwie waren wir dann bei der nächsten Technik. Meine Verzweiflung zog sich durch die ganze Prüfung. Ich verwechselte den Yoko – Geri – Keage mit dem Yoko – Geri – Kekomi und hätte am liebsten geheult.

Alles in allem war es wohl nach Aussage der Prüfer und auch von Trainingspartnern doch ganz gut und ich bestand die Prüfung.

05 Jan

Ich verstehe es nicht

Die Wochen vergingen und ich arbeitete an mir. Der nächste Lehrgang rückte immer näher. Es war ein ständiges hin und her zwischen Erfolgserlebnis, Verzweiflung und bitterer Enttäuschung. Oft verstand ich nicht, was um mich herum passierte und ich war angefressen bis zum geht nicht mehr. Ich versuchte Techniken zu verinnerlichen, sie meinen Möglichkeiten anzupassen und hinterfragte immer und immer wieder meine Entscheidungen und meine Situation. In meinem Kopf drehte sich ein Gedankenkarussell, welches mich einfach nicht zur Ruhe kommen ließ. Auf Hoffnung erfolgte jedes Mal eine noch größere Enttäuschung. 

Das Karussell des Lebens drehte sich immer weiter.

Ich versuchte mich so gut es ging zu konzentrieren und trainierte mehr schlecht als gut. Ich habe mich um Kopf und Kragen geredet und mich hinterher über mich selbst geärgert.

Vielen Dank meinem Sensei