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24 Jan

Nach der Prüfung

Im Anschluss an die Prüfung fragte mich natürlich jeder, was los gewesen sei und alle haben es auf meine Nervosität geschoben.

Ich fühlte mich schrecklich. In meinen Augen habe ich mich bis auf die Knochen blamiert und war völlig genervt. Ich wollte doch alles richtig machen und ich hatte hohe Ansprüche an mich selbst und dann dieses Desaster. Jeden noch so kleinen Fehler, jede Ungenauigkeit habe in jeder Technik, in jeder Partnerübung und in der Kata gespürt und in meinen Gedanken zu einem „großen Fehler“ projiziert .

Jeder Versuch, es mir schön zu reden hat mich nur noch wütender gemacht und ich wollte einfach nur weglaufen. Da half nur noch lange duschen und danach waren zum Glück fast alle schon weg.

Ich habe alles durchlebt. Ich war wütend, verletzt, traurig und mein Herz zersprang in tausend kleine Teile.

12 Jan

Dazugehören

Noch immer fuhr ich allein zum Training, konzentrierte mich auf meine Atmung und auf die Techniken. Ich hatte es wohl mit meinem Training etwas übertrieben, denn ich hatte nicht mehr nur Muskelkater nach den Einheiten, sondern spürte auch starke Schmerzen in den Füßen und Waden. Leider litt der Stand darunter und ich war zum Ende oft nur noch damit beschäftigt, die Stunde irgendwie zu überstehen, sodass ich 1 Mal sogar das Training abbrechen musste.

Es hielt mich jedoch nicht davon ab, weiter zum Training zu gehen.

Ich machte so gut es ging mit, aber ich achtete sehr viel auf die anderen Karateka, unterhielt mich mit ihnen und hörte zu. In dieser Zeit lernte ich sehr viel, hörte, was man von einem Karateka erwartete, erfuhr Meinungen über Lehrgänge im Ausland und ging ganz ohne Vorurteile auf die Menschen zu und glaubte an das Gute in den Menschen. Ich wollte dazu gehören und für sie da sein, denn ohne es zu wissen, hat auch mir das Training und die Gruppe geholfen. Ich wollte ein kleines Stück zurück geben von dem, was sie mir gegeben haben.