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27 Jan

Gerade noch glücklich

Der Sommer lief fantastisch. Meine Tochter war viel unterwegs und ich arbeitete, fuhr ins Dojo und wenn es die Zeit erlaubte fuhr ich Rad oder war im Fitnessclub . Abends ging ich gern Essen oder saß im Garten und lausche dem Rascheln der Blätter und war glücklich.

Der Sport machte süchtig.

Mit meinem Training stiegen die Anforderungen an mich selbst und natürlich auch die Anforderungen an mein Training. Ich war ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um mein Training zu optimieren. Plötzlich erreichte mich eine Nachricht, die mich brutal in die Realität zurückholte.  

24 Jan

Nach der Prüfung

Im Anschluss an die Prüfung fragte mich natürlich jeder, was los gewesen sei und alle haben es auf meine Nervosität geschoben.

Ich fühlte mich schrecklich. In meinen Augen habe ich mich bis auf die Knochen blamiert und war völlig genervt. Ich wollte doch alles richtig machen und ich hatte hohe Ansprüche an mich selbst und dann dieses Desaster. Jeden noch so kleinen Fehler, jede Ungenauigkeit habe in jeder Technik, in jeder Partnerübung und in der Kata gespürt und in meinen Gedanken zu einem „großen Fehler“ projiziert .

Jeder Versuch, es mir schön zu reden hat mich nur noch wütender gemacht und ich wollte einfach nur weglaufen. Da half nur noch lange duschen und danach waren zum Glück fast alle schon weg.

Ich habe alles durchlebt. Ich war wütend, verletzt, traurig und mein Herz zersprang in tausend kleine Teile.

31 Dez

Auf den Boden der Tatsachen

Eigentlich fühlte ich mich gut nach den Ferien, hatte vielleicht sogar etwas abgenommen und freute mich auf das Training. Doch leider kam ich ganz schnell wieder in der Realität an.

Noch immer war die 2. Einheit die Herausforderung, durch die ich mich oft genug durch quälen musste. Meine Oi-Zuki Jodan (Fauststoß zum Kinn) waren Chudan (zum Bauch) und ich habe sie später erst hochgezogen.

„Die Fauststöße müssen gleich Jodan sein und das Knie muss fest bleiben!“,

fuhr mich mein Sensei an. Natürlich ärgerte ich mich über mich selbst, natürlich hatte er Recht und ich war wieder einmal am Boden, hatte ich doch trainiert und an mir gearbeitet und war mit so hohen Erwartungen in das Training gestartet und nichts, aber auch gar nichts war gut. Ich bin wieder einmal nur durch die nächste Kata (Heian Sandan) gestolpert, ganz zu schweigen von den Partnerübungen, die zu verstehen, mich immer wieder an meine Grenzen brachte.

Wenigstens war meine Ausdauer besser, sodass ich in der letzten viertel Stunde noch richtig mitmachen konnte und nicht nur damit beschäftigt war, Luft zu bekommen.