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02 Feb

Bericht von Tokio (2)

Oishi Sensei legte im Jiyu Ippon Kumite seinen Schwerpunkt auf Distanz und Timing und der sich daraus ergebenden „einen“ Chance, die man nutzen muss, …. „tief“ in den Gegner hineingehen zu können, um ihm damit die Möglichkeit eines Konters zu nehmen. Wichtig hierbei ist es, die Chance zu erkennen und mit einer der Distanz und dem Timing angemessenen Technik zu reagieren.  

In den folgenden Trainingseinheiten unterrichteten Kobayashi Sensei und Ueki Sensei Grundschultechniken, aufrechte Oberkörperhaltung und einen starken Hüfteinsatz, wobei großer Wert auf die korrekte Ausführung der Techniken und die richtige Körperhaltung gelegt wurde. Taniyama Sensei erläuterte, wie die Innenspannung in den einzelnen Ständen aufgebaut wurde. Er legte Wert auf den Wechsel in den Ständen, wobei hier wichtig war, wann auf dem Ballen und wann auf dem Hacken gedreht wurde und dabei die größtmögliche Innenspannung erreicht werden konnte.

Für unseren Sensei war die Kata Kanku Dai in diesem Jahr besonders interessant, da die Erläuterungen zum einen von Imamura Sensei zu Spannung und Entspannung und von Naka Sensei zur Körperspannung ihm neuen Blickwinkel gaben.  

Das Kampfrichterseminar wurde von Izumiya Sensei geleitet. Hierbei spielte die Schulung der Augen bezüglich Kampfrichtergesten und -kommandos die wichtigste Rolle.

01 Feb

Bericht von Tokio (1)

Auch in diesem Jahr gab es von unserem Sensei wieder interessante Berichte von seiner Zeit in Tokio und wie immer lag sein Hauptaugenmerk auf den Schwerpunkten des Lehrgangs. Ich habe diesmal seine Berichte nur sehr wenig gekürzt, denn jede seiner Darlegungen ist so kompakt und lehrreich, dass ich nicht weiß, wie ich es hätte besser sagen können. 

Jeder Sensei, jede Einheit ist einzigartig in Ansicht und Ausführung. Etwas Besonderes sind für unseren Sensei die Einheiten von Imamura Sensei.

„… Zum einen, weil er aufgrund seiner Erkrankung nur sehr leise sprechen kann und dadurch eine besondere Atmosphäre der Ruhe und Stille im Dojo entsteht und zum anderen, weil Imamura Sensei ein hervorragender Techniker und Didakt ist.“

In zuerst langsam ausgeführte Bewegungen spürte man Körperspannung und ein fester Stand und konnte die korrekte Position des Ellbogens bei der Technikausführung, insbesondere beim Hikite, spüren. Als dann alles schnell und stark ausgeführt wurde merkte man schnell, dass der Körperschwerpunkt sich nach oben verlagerte, weil zu viel aus der Schulter gearbeitet wurde.

Imamura Sensei erläuterte, dass die Techniken von Anfang bis Ende korrekt ausgeführt werden müssen und dabei unbedingt der Schwerpunkt auf gleicher Höhe gehalten werden muss. Richtiges Hikite und ein gerader Rücken sind dabei unverzichtbar. … Spannung, Entspannung, wieder Spannung und Entspannung… 0-10-0-10-0… Erst wenn man dies in alle Richtungen (links, rechts, vor, zurück) beherrscht, sollte man sich an die Kanku Dai wagen, waren Imamura Senseis Worte. Unter diesen Gesichtspunkten war es dann auch ganz schön schwierig, die Kata halbwegs vernünftig durchzulaufen.

„Jede verunglückte Technik zog eine weitere schlechte nach sich; jedes Ende ist halt der Anfang der nächsten Technik. Es wurde wieder mehr als deutlich, wie wichtig eine gute Grundschule ist, um gutes Karate zu praktizieren. „

01 Jan

Enjoy your Karate!

Unser Sensei flog einmal pro Jahr nach Tokio zum Lehrgang im Honbu Dojo und dass er mit uns seine Eindrücke teilte, war eine interessante Erfahrung. Seine persönlichen Meinungen, Einschätzungen sowie selbstkritischen Anmerkungen gaben dem ganzen Bericht einen besonderen Schliff.

“Ich mag sein Training sehr…….Seine Demonstrationen dazu waren eine Augenweide. Ich habe selten solche starken Gyaku-Zuki mit solcher Kontrolle im Gesicht eines Trainingspartners gesehen…..Man mag darüber lächeln, ….. aber genau diese Dinge gehen sehr schnell verloren.”

Zu einer weiteren Trainingseinheit schrieb er: “Shina Sensei legte großen Wert darauf, dass man

seinen eigenen Weg finden

muss…..Ein jeder soll sich bei seiner Ausführung wohl fühlen…..”Der Oberkörper folgt der Beinarbeit und nicht umgekehrt.” war der wichtigste Satz des Trainings.” unter Anleitung von Shimizu Sensei. 

24 Dez

Sensei Gichin Funakoshi

Wer sich mit der Geschichte beschäftigt kommt nicht um den Namen Sensei Gichin Funakoshi herum.

So möchte auch ich hier respektvoll an ihn erinnern. 

Sensei Funakoshi wurde 1868 auf Okinawa geboren und trainierte bereits in seiner Grundschulzeit in Shorin-ryu Karate. 1888 begann er als Lehrer zu arbeiten. Sensei Funakoshi bezeichnet seine Kampfkunst selbst als „Karate Do“ („Weg des Karate“). Er machte es sich zur Aufgabe, das Karate Do als charakterschulende Kampfkunst vorzustellen und zu verbreiten. Wichtig für ihn war die Kombination aus Geist, Charakter und innerer Einstellung.

„Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen.“

Das ist leichter gesagt, als getan. Wer dieser Herausforderung gerecht werden will, muss Tag für Tag an sich arbeiten, trainieren und ein hohes Maß an Selbstdisziplin besitzen.

Seine Änderung der Schriftzeichen unter Beibehaltung der Aussprache von „Karate“ in „Leere Hand“ war eine Sicherheitsmaßname, die den chinesischen Ursprung nicht mehr erkennen ließen. Auch führte er die japanische Gürtelhierarchie und das Tragen eines Gi (weißer Kampfanzug) ein. Funakoshis Schüler benannten „ihren“ Karate-Stil nach dem Künstlernamen ihres Meisters Shotokan-ryu Karate Do (Shoto heißt „Pinienrauschen“). 
Sensei Funakoshi ließ, abgesehen von diesen Neuerungen, keine weiteren Änderungen zu. Er machte Karate über die Grenzen Okinawas bekannt und wird als Begründer des modernen Karate gesehen.  

16 Dez

Veränderung

Mit jedem neuen Training kämpfte ich mich also zu meinem bisherigen Leistungsstand zurück und betrachtete es nach wie vor als ein

gemeinsames Hobby

von mir und meiner Tochter. Woche für Woche verging, wir trainierten und unser Leben lief in gewohnten Bahnen weiter. In November stand ein weiterer Lehrgang bevor. Zum 1. Mal trafen wir auf einen Sensei aus dem Honbu Dojo , dem Instructor der JKA, Sensei Imura Takenori 8. Dan. Meine Tochter und ich redeten viel darüber und natürlich hatten wir großen Respekt. Wir glaubten nach dem vorigen Lehrgang zu wissen, was auf uns zukommen würde. Demzufolge waren wir noch ziemlich entspannt, als wir die Halle betraten. Sehr schnell merkten wir, dass die Realität wieder einmal ganz anders war. Wir erlebten ein Training, welches uns alles abverlangte und uns über unsere Grenzen hinaus forderte.

Eine Erfahrung, die meine Einstellung zu Karate von Grund auf verändern sollte.