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04 Feb

Richtig oder Falsch

Nachdem ich nun doch merkte, dass ich enttäuschter war, als ich im 1. Moment zugeben wollte, viel es mir manchmal schwer, zum Training zu gehen. Zum Glück ließ mir meine Tochter keine Wahl. Manchmal kämpfte ich mich durch die Einheiten, weil ich mich nicht konzentrieren konnte, manchmal schaffte es mein Trainer, dass ich wieder voll dabei war. es war ein ständiges Auf und Ab. Wichtig und richtig war in dieser Zeit, dass wir eine Einladung zum Kadertraining bekamen. Es hat mir ein Stück weit geholfen, wieder an diesen, meinen Weg zu glauben.

Das Training wurde anspruchsvoller, mehrere Techniken wurden zu einem Ablauf zusammengebracht und schnell merkte ich wieder, dass ich das eben nicht so schnell verinnerlichen konnte. Und ich merkte auch, dass die Ausführung meiner Fußtritte auch zu wünschen übrigließ.

Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass es die richtige Entscheidung war, noch keine Prüfung zu machen.

01 Feb

Bericht von Tokio (1)

Auch in diesem Jahr gab es von unserem Sensei wieder interessante Berichte von seiner Zeit in Tokio und wie immer lag sein Hauptaugenmerk auf den Schwerpunkten des Lehrgangs. Ich habe diesmal seine Berichte nur sehr wenig gekürzt, denn jede seiner Darlegungen ist so kompakt und lehrreich, dass ich nicht weiß, wie ich es hätte besser sagen können. 

Jeder Sensei, jede Einheit ist einzigartig in Ansicht und Ausführung. Etwas Besonderes sind für unseren Sensei die Einheiten von Imamura Sensei.

„… Zum einen, weil er aufgrund seiner Erkrankung nur sehr leise sprechen kann und dadurch eine besondere Atmosphäre der Ruhe und Stille im Dojo entsteht und zum anderen, weil Imamura Sensei ein hervorragender Techniker und Didakt ist.“

In zuerst langsam ausgeführte Bewegungen spürte man Körperspannung und ein fester Stand und konnte die korrekte Position des Ellbogens bei der Technikausführung, insbesondere beim Hikite, spüren. Als dann alles schnell und stark ausgeführt wurde merkte man schnell, dass der Körperschwerpunkt sich nach oben verlagerte, weil zu viel aus der Schulter gearbeitet wurde.

Imamura Sensei erläuterte, dass die Techniken von Anfang bis Ende korrekt ausgeführt werden müssen und dabei unbedingt der Schwerpunkt auf gleicher Höhe gehalten werden muss. Richtiges Hikite und ein gerader Rücken sind dabei unverzichtbar. … Spannung, Entspannung, wieder Spannung und Entspannung… 0-10-0-10-0… Erst wenn man dies in alle Richtungen (links, rechts, vor, zurück) beherrscht, sollte man sich an die Kanku Dai wagen, waren Imamura Senseis Worte. Unter diesen Gesichtspunkten war es dann auch ganz schön schwierig, die Kata halbwegs vernünftig durchzulaufen.

„Jede verunglückte Technik zog eine weitere schlechte nach sich; jedes Ende ist halt der Anfang der nächsten Technik. Es wurde wieder mehr als deutlich, wie wichtig eine gute Grundschule ist, um gutes Karate zu praktizieren. „

07 Jan

Entscheidung

Nach dem Lehrgang ist vor dem Lehrgang und so war nur kurze Zeit später der alljährliche Winterlehrgang mit anschließenden Prüfungen. Ich war ehrgeizig und hatte hart trainiert. Natürlich wollte ich die nächste Prüfung machen, aber unser Sensei gestattete es nicht. Ich war den Tränen nah, aber ich respektierte seine Entscheidung.

Wie immer war es ein anspruchsvoller Lehrgang und es ist interessant und zugleich etwas Wunderbares zu sehen, mit welcher Begeisterung und Hingabe unser Sensei sich dort vorn hinstellte und zum x. Mal erklärte, korrigierte und sein Wissen weitergab, obwohl mir an diesem Wochenende sein schmerzverzerrtes Gesicht bei einigen Übungen nicht entgangen war.

Es war super und ich ziehe meinen Hut vor seiner Leistung.

Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen nach dem Lehrgang bei den Prüfungen zuzuschauen. Die Aufregung spielt mit Sicherheit eine große Rolle und ich wusste ja von mir selbst, wie stressig eine Prüfung war. Ich sah inzwischen auch den einen oder anderen Fehler und war überrascht, was im Training alles so einfach schien, wurde hier zur Herausforderung und sah nicht immer gut aus. Wahrscheinlich war es auch bei mir in den vergangenen Prüfungen ähnlich, nur habe ich es vor Aufregung nicht realisiert. Im Nachhinein gab ich meinem Sensei Recht, mich noch etwas länger vor der nächsten Prüfung tranieren zu lassen. 

Es war die richtige Entscheidung!

03 Jan

Erwartungen

Auf das 1. Training nach der Rückkehr unseres Sensei aus Tokio freute ich mich ganz besonders.

Natürlich hatte ich seine Berichte mehrfach gelesen und musste viele Begriffe googlen. Mit Spannung fieberte ich der Ankündigung:

Karateka: „Ich freue mich schon aufs Training.“

Sensei: „Freu dich nicht zu früh!“ 🙂

entgegen, war gespannt, wie er diese neuen Erkenntnisse im heimatlichen Dojo umsetzen würde und empfand es als ein großes Privileg, daran teil haben zu dürfen.

Den Bericht noch in meiner Erinnerung verstand ich dann auch, warum er sehr großen Wert auf die Hüftarbeit legte.

„Eine bewegliche Hüfte ist Voraussetzung für einen festen und doch flexiblen Stand.“

Das erfordert noch einiges an Übung, habe ich feststellen müssen.

Ich wurde nicht enttäuscht.

Es war ein fantastisches Training mit vielen neuen Denkansätzen, die in den nächsten Wochen vertieft werden sollten. 

19 Dez

Durchgehalten

Am Sonntag schaffte ich es ebenfalls, meine Tochter zum Training zu motivieren, obwohl uns der Muskelkater in den Knochen steckte. Auch diesmal machten wir beide die Partnerübungen gemeinsam, um uns möglichst wenig zu blamieren. Unserem Sensei ist dies leider auch aufgefallen. Er war nicht so begeistert.

“Macht ihr schon wieder zusammen?”

Er konnte vermutlich ahnen, wie es in uns aussah und hat uns zum Glück weiter machen lassen. Es war eine für mich überwältigende Erfahrung. Mit der Unterstützung seiner Worte haben wir uns so auch durch die letzte Einheit gekämpft. Hätte uns das jemand am Freitag gesagt, wir hätten es wahrscheinlich abgestritten und gesagt:

“Niemals überstehen wir weitere 3 Einheiten!”

Ich war so stolz auf meine Tochter und unserem Sensei sehr dankbar für diese Erfahrungen. Als wir unser 1. Foto mit Sensei Imura machen durften, erfüllte uns das schon mit etwas Stolz. Es war, als ob jemand in meinem Kopf einen Schalter umlegte und ich Karate plötzlich mit ganz anderen Augen sah. Es war nicht mehr einfach so ein gemeinsames Hobby von meiner Tochter und mir, es zeigte sich ein Weg, den ich gehen wollte, ein Weg, der mein Leben verändern sollte, für den ich bereit sein würde, alte Gewohnheiten zu ändern. Von diesem Moment an wollte ich mich auch im Alltag neu orientierten und Sport sollte in Zukunft mehr sein, als 2 Stunden Pflichtveranstaltung pro Woche.