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28 Jan

Körper und Geist

Den ganzen Sommer habe ich trainiert und Sport begleitete mich jeden Tag. Mit Beginn des nächsten Schuljahres musste auch ich wieder einmal meinen Tagesrhythmus umstellen.

Ich hatte schon lange die Schmerzen in meinen Füßen gespürt und es wurde nicht besser. Ich versuchte es mit Einlagen für die Schuhe, ging zur Physiotherapie und stellte das Lauftraining auf dem Laufband ein.

Die Schmerzen blieben.

Es blieb mir nichts weiter übrig, als etwas mehr auf meinen Körper zu hören und mein Training den Gegebenheiten anzupassen.

12 Jan

Dazugehören

Noch immer fuhr ich allein zum Training, konzentrierte mich auf meine Atmung und auf die Techniken. Ich hatte es wohl mit meinem Training etwas übertrieben, denn ich hatte nicht mehr nur Muskelkater nach den Einheiten, sondern spürte auch starke Schmerzen in den Füßen und Waden. Leider litt der Stand darunter und ich war zum Ende oft nur noch damit beschäftigt, die Stunde irgendwie zu überstehen, sodass ich 1 Mal sogar das Training abbrechen musste.

Es hielt mich jedoch nicht davon ab, weiter zum Training zu gehen.

Ich machte so gut es ging mit, aber ich achtete sehr viel auf die anderen Karateka, unterhielt mich mit ihnen und hörte zu. In dieser Zeit lernte ich sehr viel, hörte, was man von einem Karateka erwartete, erfuhr Meinungen über Lehrgänge im Ausland und ging ganz ohne Vorurteile auf die Menschen zu und glaubte an das Gute in den Menschen. Ich wollte dazu gehören und für sie da sein, denn ohne es zu wissen, hat auch mir das Training und die Gruppe geholfen. Ich wollte ein kleines Stück zurück geben von dem, was sie mir gegeben haben.

07 Jan

Entscheidung

Nach dem Lehrgang ist vor dem Lehrgang und so war nur kurze Zeit später der alljährliche Winterlehrgang mit anschließenden Prüfungen. Ich war ehrgeizig und hatte hart trainiert. Natürlich wollte ich die nächste Prüfung machen, aber unser Sensei gestattete es nicht. Ich war den Tränen nah, aber ich respektierte seine Entscheidung.

Wie immer war es ein anspruchsvoller Lehrgang und es ist interessant und zugleich etwas Wunderbares zu sehen, mit welcher Begeisterung und Hingabe unser Sensei sich dort vorn hinstellte und zum x. Mal erklärte, korrigierte und sein Wissen weitergab, obwohl mir an diesem Wochenende sein schmerzverzerrtes Gesicht bei einigen Übungen nicht entgangen war.

Es war super und ich ziehe meinen Hut vor seiner Leistung.

Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen nach dem Lehrgang bei den Prüfungen zuzuschauen. Die Aufregung spielt mit Sicherheit eine große Rolle und ich wusste ja von mir selbst, wie stressig eine Prüfung war. Ich sah inzwischen auch den einen oder anderen Fehler und war überrascht, was im Training alles so einfach schien, wurde hier zur Herausforderung und sah nicht immer gut aus. Wahrscheinlich war es auch bei mir in den vergangenen Prüfungen ähnlich, nur habe ich es vor Aufregung nicht realisiert. Im Nachhinein gab ich meinem Sensei Recht, mich noch etwas länger vor der nächsten Prüfung tranieren zu lassen. 

Es war die richtige Entscheidung!