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16 Jan

Das Training war der Hammer

Wir besuchten einen Lehrgang mit Ohta Sensei Chief Instruktor der JKA England in Polen. Zu Beginn des Lehrgangs konnte ich noch mehr oder weniger den Anweisungen folgen, da es sich um Grundschultechniken handelte. Bei den folgenden Anwendungen im Kumite wurde es schon wesentlich schwieriger. Da haperte es bereits an meinem Verständnis und ich verzweifelte fast bei den Übungen. Mit Händen und Füßen versuchte ich mich mit den Karateka aus Polen zu verständigen und wir suchten gemeinsam nach den Lösungen. Ich stand mit meinem Orange – Gurt weit weg von unserem Sensei und war froh, wenn er die deutsche Übersetzung so laut sagte, dass auch ich sie hören konnte. 

Die letzte Einheit des Lehrgangs schien dann wie gemacht für mich zu sein. Nach all den Strapazen und Verwirrungen in meinem Kopf und am Rande der Verzweiflung erklärte Sensei Otha die Heian Sandan, meine nächste Prüfungskata und zu meiner aller größten Freude trainierte er die Kata Jitte zum Abschluss, die Kata, die für mich eine große Bedeutung hatte und immer haben wird. Ich war sie lange nicht mehr gelaufen, sodass ich den Ablauf nicht mehr wirklich wusste und erklärt hatte sie mir bis zu diesem Zeitpunkt auch noch niemand, aber ich hatte ein kleines bisschen Ahnung und mein Herz ging auf und ich versuchte so viel wie möglich zu verstehen. Es war egal, dass ich mir nicht alles merken konnte, ich war einfach nur glücklich. Dieses Glück begleitete mich wärend der gesamen Heimfahrt.

20 Dez

Was ist was?

Mein Interesse war geweckt. Ich fing an, mich mehr und mehr mit den Worten während des Trainings zu beschäftigen. Anmerkungen zu Techniken, Hinweise zu Körperspannung und Entspannung, Worte, die Einstellung von Körper und Geist vereinen sollten.

Es waren Unmengen von neuen Gedanken, die auf mich einprasselten.

Ich versuchte immer und immer wieder außerhalb des Trainings Bewegungsabläufe zu wiederholen. Wenn ich sie nicht mehr genau wusste, überlegte ich, was im Training gesagt wurde. Oft konnte ich mich nicht mehr erinnern und überlegte, was am Sinnvollsten wäre, um zu einem vernünftigen Abschluss zu gelangen. Auch meine Tochter war eine große Hilfe. Ich hatte die Bilder des Lehrgangs ständig vor Augen, sah die Perfektion der Körperkontrolle und die Ausstrahlung der jeweiligen Technik. In den folgenden Trainingsstunden habe ich förmlich alles inhaliert, was mir geboten wurde. Ja klar konnte ich nicht plötzlich alles mit einem Mal umsetzen und das Nachlassen der Konzentration zum Ende der Einheit war auch deutlich spürbar. Dennoch war es mir wichtig, jede Technik zu verstehen.

Ich wollte sie bestmöglich ausführen.

Meine Tochter und ich haben im Training alles gegeben und der Lohn für unsere Mühen war, dass unser Trainer uns beide zum Winterlager zur Gelbgurtprüfung zugelassen hat.