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24 Jan

Nach der Prüfung

Im Anschluss an die Prüfung fragte mich natürlich jeder, was los gewesen sei und alle haben es auf meine Nervosität geschoben.

Ich fühlte mich schrecklich. In meinen Augen habe ich mich bis auf die Knochen blamiert und war völlig genervt. Ich wollte doch alles richtig machen und ich hatte hohe Ansprüche an mich selbst und dann dieses Desaster. Jeden noch so kleinen Fehler, jede Ungenauigkeit habe in jeder Technik, in jeder Partnerübung und in der Kata gespürt und in meinen Gedanken zu einem „großen Fehler“ projiziert .

Jeder Versuch, es mir schön zu reden hat mich nur noch wütender gemacht und ich wollte einfach nur weglaufen. Da half nur noch lange duschen und danach waren zum Glück fast alle schon weg.

Ich habe alles durchlebt. Ich war wütend, verletzt, traurig und mein Herz zersprang in tausend kleine Teile.

22 Jan

Prüfungstag

Es war endlich soweit. Das Lehrgangswochenende begann und ich versuchte mich auf die gestellten Anforderungen zu konzentrieren. Die Gedanken an meine Prüfung versuchte ich möglichst zu verdrängen. Es lief so weit so gut. Nach der letzten Einheit und vor den Prüfungen verabschiedete sich meine Tochter, denn es war nicht wirklich leicht für sie, dass sie keine Prüfung machen durfte. Auch für mich war es eine schwierige Situation, aber wir beide wussten, dass sie verletzungsbedingt einige Zeit ausgesetzt hatte.

Ich musste mich also allein erwärmen und zu meinem Bedauern stellte ich auch noch fest, dass ich als einzige die Prüfung zum 6.Kyu (Grün) ablegen würde. Jemand sagte noch zu mir:

Mach alles wie im Training und dann ist alles easy.

Wenn ich heute an diesen Spruch denke, dann weiß ich, dass ich mit dieser Einstellung nie wieder eine Prüfung ablegen werde. Wenn ich mir bis zu diesem Tag eine Prüfung schlimm vorgestellt habe, dann habe ich gelernt, es geht noch viel schlimmer. Es war eine Katastrophe.

21 Jan

Prüfungszweifel

Ich habe mir all die Anmerkungen zu Herzen genommen. Zu Hause habe ich nochmals überlegt, was mein Sensei mir alles mit auf den Weg gegeben hat:

  • beim Mae-Ren-Geri Chudan – Jodan ZKD (Fußtritt) den Fuß richtig anziehen und wieder zurück schnappen und das Becken nach vorn kippen
  • immer die Hacken am Boden lassen
  • beim Blocken auf den Angriff warten
  • beim rückwärtsgehen erst im letzten Moment drehen
  • nicht zu vergessen, die Ausholbewegungen besonders in der Kata

Wenn ich nun all das noch umsetzen kann und die Hüfte nicht vergesse, ja dann sollte es funktionieren. Aber bei all den Anmerkungen und dem Wissen, wie aufgeregt ich sein würde, kamen mir erhebliche Zweifel. Ich fing wieder an, jedes einzelne Element auseinander zu nehmen und zu analysieren. Mit meinen Fragen bracht ich wahrscheinlich meinen Sensei zum Verzweifeln und vielleicht bereute er schon seine Entscheidung, aber mein Ehrgeiz lies mich nicht los. 

Zielstrebig fuhr ich zum Lehrgang und war fest entschlossen, meine Prüfung abzulegen.

13 Dez

Augen zu und durch

An einem Wochenende vor den Sommerferien war es üblich, dass gemeinsam mit Teilnehmern aus anderen Verbänden trainiert wurde. Ich hatte keine Vorstellung von dem, was auf mich zu kam. Überwältigt von den vielen Leuten, die dieser Einladung folgten habe ich versucht, irgendwie zu verstehen, was von uns verlangt wurde und wusste bald gar nichts mehr. Wir haben unser Bestes gegeben und diese Trainingseinheiten so gut es ging mit gemacht. Und dann war so weit:

Mein erster Prüfungstermin stand fest!

Ich war völlig durch den Wind. An Einzelheiten kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern, da ich viel zu aufgeregt war, um irgendetwas zu realisieren. So bestand ich meine 1. Prüfung im Karate zum 9. Kyu.