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14 Jan

Unzufrieden

Training für Training arbeitete ich trotz teilweise extremer Schmerzen an mir. Am liebsten hätte ich Zettel und Bleistift in meinem Gi, um bei den Erklärungen einfach mitschreiben zu können, denn ich schaffte es einfach nicht, mir neue Abläufe zu merken. Ich war gezwungen, mir eine eigene Strategie zu entwickeln, wie ich mich durch die Aufgaben hangeln konnte. Ich musste lernen, mir die Grundlagen einzuprägen, auf meinen Körper zu hören und zu überlegen, was am meisten Sinn machen würde. Ich wusste schließlich, dass im Ergebnis kurze, körpernahe Bewegungen schnell zum Ziel führen mussten. Ich wollte mehr lernen und ich merkte selbst, dass es an vielen Kleinigkeiten scheiterte. 

Ich wollte Details wissen, Ich wollte konkrete Beschreibungen, um zu erfahren, was letztendlich das “richtige” Ergebnis sein sollte.  

Ein: “ Das geht so.” reichte mir nicht, ich wollte wissen, was richtig ist und genau daran arbeiten. 

Am liebsten hätte ich unseren Sensei stundenlang ausgefragt und mir alles Schritt für Schritt erklären lassen. 

#www.stepbystepkarate.de #JKA

04 Jan

Im Kreis gedreht

Ich wollte so viel lernen, ich wollte trainieren und verstehen, aber es gestaltete sich schwierig. Bei den Kindern traute ich mich nicht wirklich “richtig” anzugreifen und wollte ungern “richtig” blocken. Ich stand mir mit meiner eigenen Unsicherheit selbst im Weg. Zu sehr hatte ich Angst, ich könnte durch meine hin und wieder unkontrollierten Bewegungen jemanden treffen oder sogar verletzen. Trainierte ich wiederum mit Erwachsenen, die schon Braun- bzw. Schwarzgurte waren, merkte ich, dass sie wiederum auf mich Rücksicht nahmen, schließlich war ich blutiger Anfänger, eine Frau, über 45 und korpulent. Die Wenigsten trauten sich, die Fußtritte korrekt auszuführen geschweige denn “richtig” anzugreifen. Es war frustrierend. 

Wie gern würde ich jetzt noch einmal ein Training mit meinem Sensei absolvieren.

Einem Trainingspartner, der nicht vor meiner Gürtelfarbe zurückschrecken würde, der gezielt angreifen würde, der mich den Rhythmus von Karate spüren lassen würde und dem ich vor allem vertrauen würde, dass ich nicht mit gebrochenem Unterkiefer das Dojo verlassen würde.