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03 Feb

Gemeinsam grün

Das Jahr verging wie im Flug und der nächste Lehrgang mit anschließenden Prüfungen stand bevor.  

Ich habe es nicht geschafft, meinen Sensei mit meinen Leistungen für die Prüfung zum 5. Kyu zu überzeugen. Natürlich war ich enttäuscht von mir und hätte gern etwas anderes gehört, denn ich hatte mir Ziele ganz weit nach oben gesteckt, die nun nicht mehr erreichbar waren.

Ich wollte 2020 „Braun“ nach Japan fliegen.

Umso mehr freute ich mich, dass meine Tochter ihre Prüfung zum 6.Kyu machen durfte und wir wieder gemeinsam mit gleicher Gurtfarbe trainieren würden. 

Ich habe ihr zu Hause nochmals alles, was mir im Gedächtnis war, erzählt, sie die Techniken vorwärts und rückwärts machen lassen und so war ich sehr stolz, dass sie eine in meinen Augen fantastische Prüfung ablegen konnte. 

24 Jan

Nach der Prüfung

Im Anschluss an die Prüfung fragte mich natürlich jeder, was los gewesen sei und alle haben es auf meine Nervosität geschoben.

Ich fühlte mich schrecklich. In meinen Augen habe ich mich bis auf die Knochen blamiert und war völlig genervt. Ich wollte doch alles richtig machen und ich hatte hohe Ansprüche an mich selbst und dann dieses Desaster. Jeden noch so kleinen Fehler, jede Ungenauigkeit habe in jeder Technik, in jeder Partnerübung und in der Kata gespürt und in meinen Gedanken zu einem „großen Fehler“ projiziert .

Jeder Versuch, es mir schön zu reden hat mich nur noch wütender gemacht und ich wollte einfach nur weglaufen. Da half nur noch lange duschen und danach waren zum Glück fast alle schon weg.

Ich habe alles durchlebt. Ich war wütend, verletzt, traurig und mein Herz zersprang in tausend kleine Teile.