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24 Apr

Onlinekurs 7

Eine weitere Mail von meinem Sensei erreichte uns. Aufgabe diesmal waren die noch fehlenden Elemente zur Heian Nidan beginnend mit dem Uraken und Yokogeri Keage . Den Schwerpunkt legte er wieder auf genaue Ausführungen der Technik:  

Uraken 

  • der Oberkörper muss möglichst aufrecht bleiben 
  • Schultern über der Hüfte  
  • Hüfte parallel zum Boden 
  • Beim Abdrehen der Hüfte das hintere Knie einbeugen wobei die Hüfte immer parallel zum Boden bleibt 

Beim Erarbeiten der Technik wird kurz über der Schulter am Ohr ausgeholt und der Arm zurück geschnappt. Beim Ausführen mit Gyaku Zuki bleibt der Arm „vorn stehen“. Dies wird dann noch durch den Schrittwechsel hinten – komplettiert. 

Beim Kokutsu Dachi bleibt die Hüfte möglichst lange Shomen und dreht erst am Ende mit der Technik in Hanmi.

Yokogeri Keage

  • Fußkannten bleiben parallel zum Boden 
  • Knie wird mit Einsatz der Hüfte angezogen 
  • Fußkannte wird zum Ziel geschwungen, wobei das Knie der Drehpunkt ist 

Auch diese Technik setzt voraus, dass der Oberkörper möglichst senkrecht bleibt. 

Die Herausforderung besteht wieder darin, die Techniken hintereinander auszuführen: 

  • Schwerpunkt absenken, stapeln 
    • Uraken und darunter Yokogeri Keage gleichzeitig 
    • Eindrehen, Absetzen im Kokotsu Dachi Shoto Uke 
  • über das Knie nach vorn ziehen, Hüfte Shomen 
    • Hinteres Bein Mae Geri 
    • Absetzen im Kokutsu Dachi Shoto Uke 
  • Vorderes Bein mit 1/4 Drehung zurück, um in die Ausgansposition von Yokogeri Keage zu Kommen (mit Stapeln) 
  • Uraken und Fußtritt gleichzeitig nach hinten 
    • Drehung Knie anziehen 
    • Absetzen nach vorn im Kokotsu Dachi Shuto Uke 

„10 Mal rechts, 10 Mal links, langsam 3, 4 Zählzeiten, bisschen stärker 2 ….“

Oft genug google ich die Begriffe auf Rechtschreibung, aber heute war einer dabei, den ich so nicht kannte:

Sanchin Dachi – offene Beritschaftsstellung.

Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden.

22 Apr

Augenblicke

Heute habe ich zufällig ein kleines Stückchen Japanische Kirschblüte entdeckt. Leider konnte ich mich nur einen kurzen Moment dieser Pracht hingeben. Vielleicht habe ich morgen noch einmal die Möglichkeit, einen ausgibigen Spaziergang zu machen. Es ist unglaublich, diese Schönheit in einer schwierigen Zeit zu erleben.

21 Apr

Chiba Urban Monorail

Bei meinen heutigen Streifzügen im Internet habe ich ein kleines Video über eine Schwebebahn gesehen, die mich sofort an meine Aufenthalte in Wuppertal erinnerte. Ich googelte ein wenig und fand folgendes: 

In der Präfektur Chiba gibt es ein zweiteiliges hängendes Monorail – System – eine Hängebahn – mit einer Gesamtlänge von ca. 15 km.

Das 1. Segment (Linie 2 mit 15 Haltestellen) wurde im März 1988 eröffnet und verbindet die Sports Center Station mit der Chishirodai Station. Eine Rundfahrt dauert ungefähr 20 Minuten. 1999 kam ein zweiter Streckenabschnitt (Linie 1 mit 6 Haltestellen) dazu. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 65 km/h. Intreressant sind die Glasböden im Führerstand. Täglich werden mehr als 45000 Fahrgäste befördert.

Es ist es das längste schwebende Einschienenbahnsystem der Welt.

20 Apr

Was ich will

Es ist einfach für mich unmöglich, es allen und jedem recht machen zu wollen. So viele Videos habe ich gesehen und so viele Kommentare gelesen. Wenn ich all das Ausprobieren wollen würde und es zu meiner Zufriedenheit können wollen würde, müsste ich jeden Tag stundenlang trainieren. Also habe ich mich entschlossen, weiter meinen Weg zu gehen und so zu trainieren, wie ich es für richtig halte. Ich werde die eine oder andere Anmerkung mit in mein Training einfließen lassen und es hoffentlich richtig umsetzen. 

18 Apr

Gedankenverloren

Bilder von der Kirschblüte aus Japan und immer wieder kleine Sequenzen von Karate begleiten mich jeden Tag. Ich freue mich, vertraute Gesichter und Trainingsabläufe zu sehen. Ich kann mir vorstellen, dass dem einen oder anderen das Vereinsleben fehlt. Mir jedoch fehlt am meisten die Zeit, wirklich alles stehen und liegen zu lassen und zum Training zu fahren. Hier zu Hause fällt es mir schwer, einfach mit der Arbeit aufzuhören und zu trainieren. Aber jetzt ist Wochenende. Ich hoffe, ich finde endlich die Zeit und die Motivation, zu trainieren. 

17 Apr

Stay Home

Heute wäre ich hoffentlich gesund und munter wieder gelandet, hätte meine Tochter nach 4 Wochen wieder in die Arme nehmen können und wäre entweder total kaputt oder völlig überdreht gewesen.

Jetzt liegen 4 nicht weniger turbulente Wochen hinter mir. Nicht die japanische Kultur habe ich kennen gelernt, sondern teilweise fühlte ich mich 30 Jahre zurück versetzt in längst vergangene DDR Zeiten.

Es ist schwierig zu sagen, ob ich Tokio nochmal in Angriff nehmen werde. Was ich in der jetzigen Zeit sehr zu schätzen weiß ist, dass einfach vieles im Netz zu sehen ist, was ich normalerweise immer mit einem Urlaub, einem Theater- der Konzertbesuch, oder einer Mitgliedschaft in Vereinen verbunden hätte. Es ist unglaublich, Theater aus Tokio, Konzerte aus Wohnzimmern von bekannten Musikern zu erleben. Bisher hatte ich nicht die Möglichkeit, zu solchen Veranstaltungen zu gehen. Es ist leider immer mein Problem danach wieder nach Hause zu kommen. Doch jetzt kommt meine Tochter in ein Alter, wo wir auch das gemeinsam meistern werden und doch genieße ich es gerade sehr von zu Hause aus ohne großartige Fahrerei und freue mich, auf weitere tolle Übertragungen und Videos zum Anschauen, wann immer ich Zeit dafür habe. 

16 Apr

Auszeit

Heute war ich wieder einmal mit meinen Gedanken in Tokio. Kaum zu glauben, aber die 4 Wochen Urlaub wären schon wieder vorbei und in diesen Stunden würde ich im Flieger nach Helsinki sitzen. Ich habe heute mit meiner Tochter darüber gesprochen. Tokio sollte eine Auszeit für mich werden. Ich wollte all dem Alltagsstress entfliehen, der mir in den letzten Jahren einiges abverlangt hatte. Gern hätte ich Tokio kennengelernt und mehr über die Geschichte und Entstehung von Shotokan Karate erfahren und die Faszination des Lehrgangs erlebt.  

Stattdessen war ich hier zu Hause mit meiner Tochter und jeder Menge Arbeit. Und doch hatte und habe ich eine Art Auszeit. Vieles ist anders geworden und nicht immer geht alles so, wie wir es gern hätten. Nichts desto trotz läuft alles irgendwie ruhiger. Vielleicht auch, weil die Erwartungen und der Leistungsdruck etwas runter geschraubt worden. Wir führen viele Gespräche. Oft ist es schwer zu verstehen und auch ein bisschen beängstigend, aber wir fühlen uns recht wohl zu Hause und kommen gut mit den Gegebenheiten zu recht. Meine Tochter war auch etwas erleichtert, dass die Schulschließung nicht sofort aufgehoben wird. Zu groß ist die Verunsicherung durch all die Berichte und Maßnahmen.  Jetzt liegt es an mir, sie gut auf ein Leben nach dieser Ausnahmesituation vorzubereiten.  

Kurz möchte ich noch erwähnen, dass ich mir das Video vom heutigen Live – Training mit Sensei Otha gerade in einem kleinen Fenster anschaue und ich total begeistert bin. 18 Uhr war ich noch mitten drin in meiner Arbeit, aber ich werde mir spätestens am Wochenende diese Stunde Zeit nehmen, um nach seinen Anweisungen zu trainieren. Die Drehungen werden mir alles abverlangen, aber ich freue mich drauf. 

15 Apr

Videobotschaft

Meine Arbeit fordert mich zurzeit sehr intensiv und so war ich dankbar, dass mich heute Abend eine Mail von unserem Sensei erreichte. Da sie gleich 3 Videos beinhaltete, liegt es nahe, darüber zu berichten. Ich schaute mir seine beiden Videos an, das 3. Video von seiner Freundin aus der Schweiz läuft gerade noch im Hintergrund. 

Wie immer eröffnete er sein Training mit Grundtechniken die er in möglichst viele Zählzeiten aufteilte. Einige Details, die ich inzwischen zwar schon so verstanden habe, sie jetzt jedoch zu hören, macht vieles verständlicher. Ich hätte mir gewünscht, bereits am Anfang unseres Trainings von Karate diese Videos zu sehen und alles so erklärt zu bekommen. Sicherlich wurde es oft gesagt, dennoch in dem Umfang an Informationen in dieser einen Trainingsstunde habe ich vieles wahrscheinlich auch nicht so wahrgenommen. Schließlich kämpfe ich ja dann auch noch mit den Ausführungen und meiner Ausdauer. Aber jetzt freue ich mich und sehe es als gute Selbstkontrolle, mein Wissen zu prüfen. 

Wie immer legt er auch großen Wert auf die Hüftbewegung Shomen und Hanmi sowie Spannung und Entspannung diesmal sollen wir es durch das Ausführen von 2 Mal hintereinander den gleichen Block trainieren. 

Die Anwendung erfolgte in der Kata Heian Shodan.

Im 2. Video kamen zu weiteren Grundtechniken, die für die Heian Nidan notwendig sind, der Wechsel zwischen Zenkutsu Dachi in Kokutsu Dachi noch dazu.  

Interesannt in diesem Video war wiederum die Kata Taikyoku Shodan mit dem Wechsel der Techniken, die statt Gedan Barai und Oi Zuki angewendet werden sollen.

Alles in allem interessante Aufgaben, die zu trainieren bestimmt Spaß machen wird.

14 Apr

Tokio Tower

Eigentlich hatte ich mir für heute vorgenommen, etwas über Schreine zu schreiben. Sehr schnell musste ich jedoch feststellen, dass es ein sehr umfangreiches Thema ist. Leider fehlt mir im Moment die Zeit, mich intensiv damit zu beschäftigen. Also habe ich mich heute für den Tokio Tower entschieden. 

Der Tokio Tower, ein Nachbau des Eifelturms in orange und weiß, ist ca. 333 Meter hoch und ist somit eines der höchsten selbstragende Türme aus Stahl der Welt. Nicht nur die Aussichtsplattform in 250 Metern Höhe, sondern auch eine weitere vollverglaste 2-stöckige Plattform in 150 Metern Höhe sind Teil des Towers, der eigentlich der Fernsehausstrahlung dient. Neben fantastischen Aussichten laden Restaurants, Cafés, Souvenirläden, ein Themenpark ( One Piece ), ein Aquarium und eine Ausstellung zum Tower und vieles mehr zum Verweilen ein. Ebenso wie die Rainbow Bridge wird auch der Tower nachts von 176 Scheinwerfern angestrahlt, die im Winter orange und im Sommer weiß leuchten und bei klarem Wetter kann man bis zum Mount Fuji und Skytree sehen. 

Mit seiner Fertigstellung im Jahr 1958 entstand somit ein weiters Wahrzeichen Tokios und es war der höchste Fernsehturm der Erde.

13 Apr

Rainbow Bridge (Tokyo)

Die Regenbogenbrücke ist eine Hängebrücke über den Hafen von Tokio. Sie hat eine Gesamtlänge von fast 800 Metern, ist 49 Meter Breit und hat 2 Ebenen zur Verkehrsführung . Ihre Ferttigstellung war im Jahre 1993. Von Shibaura-Kaion im nördlichen Teil der Bucht vom Festland Tokios führt sie auf die kleine künstliche Insel Odaiba im Stadtbezirk Minato. Die weiß angestrichenen 126 Meter hohen Türme der Brücke werden im Dezember nachts in den Regenbogenfarben mit Hilfe von Solarkollektoren beleuchtet. In den anderen 11 Monaten erstrahlt sie in ihren üblichen rot, weiß und grünen Farben. 

Sowohl als Fußgänger, mit Fahrzeugen aber auch mit der vollautomatischen Bahn kann sie überquert werden. Es stehen Bänke bereit, auf denen man verweilen kann, um die Aussichten auf zum Beispiel den Meerespark Odaiba oder auf Zentral-Tokios Skyline zu genießen. An klaren Tagen ist sogar der Fudschijama zu sehen. Eine Kopie der Freiheitsstatue von Manhattan steht auf der Seite von Odaiba direkt vor der Regenbogenbrücke. 

Die Rainbow Bridge entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Wahrzeichen von Tokio. 

12 Apr

Alles Anders

Mitten drin im Osterwochenende wäre eigentlich auch mitten drin im für mich 1 JKA-Frühjahrstrainingslager in Tokio. Mit meiner Graduierung hätte ich nicht teilnehmen können, aber ich hoffte, einen Weg zu finden, als Zuschauer dabei sein zu können.

Da nun alles anders gekommen ist, bin ich auf Recherchen im Internet angewiesen, um einiges über Tokio zu erfahren. 

Tokio ist die bevölkerungsreichste Präfektur Japans mit 23 Bezirken und wurde 1968 zur Hauptstadt Japans. Von historischen Tempeln bis hin zu Wolkenkratzern kann man in Tokio alles sehen und erleben. Neben den Gegensätzen von alt und neu wollte ich die vergängliche Schönheit der Natur, nämlich die Kirschblütenzeit miterleben und mich von diesem Naturschauspiel beeindrucken lassen. Die Kirschblüte soll Hoffnung, Reinheit, Schönheit und Neuanfang symbolisieren. Um das japanische Kirschblütenfest, das Hanami, zu erleben, ist der Ueno Park in Tokio eine gute Adresse. Eine beeindruckende Allee aus Zierkirschbäumen bietet das fantastische Ambiente. 

11 Apr

Shabu Shabu

Neben Sukiyaki gibt es in Japan eine weitere, ähnlich Art der Essenszubereitung: das Shabu Shabu

Namensgeber hierfür waren die bei der Zubereitung entstehenden zischenden Geräusche. Es handelt sich hierbei um ein Suppenfondue, bei dem hauchdünn geschnittene und marinierte Scheiben Fleisch und verschiedene Gemüsesorten aber auch Fisch oder Nudeln kurz durch die kochende Brühe gezogen werden. Danach wird es mit Dipp-Saucen und eventuell auch Reis gegessen.

Auch hierbei gefällt mir wieder sehr gut, dass es direkt am Tisch zubereitet wird und jeder seinen Wünschen entsprechend das Essen gestalten kann.  

Mit mehrfach geteilten Töpfen kann man sogar gleichzeitig verschiedene Brühen und demzufolge unterschiedlichste Geschmacksrichtungen zubereiten. 

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es eine fantastische Alternative zu unserem Raclettes werden kann. 

10 Apr

Sukiyaki​

In diesen Tagen denke ich wieder öfter darüber nach, wie es gewesen wäre, würde ich jetzt in Tokio sein. Morgen sollte das JKA Spring Joint Training Camp 2020 beginnen. 

Heute gingen mir wieder einmal einige Fragen durch den Kopf, wie zum Beispiel, was ich inzwischen gelernt hätte, wie ich die japanische Mentalität empfinden würde und wie mir das Essen schmecken würde. 

Letzteres habe ich zum Anlass genommen, mal ein wenig zu Googlen. Ich hatte schon meine Vorstellungen und wollte mich in Tokio inspirieren lassen. Nun werde ich wohl ein wenig zu Hause experimentieren. 

Ich habe über Sukiyaki gelesen und es passt sehr gut zu uns. Sukiyaki​ blickt auf eine interessante Geschichte zurück und heißt übersetzt „auf dem Pflug Gebratenes“. Im 2. Jahrhundert sollen den erzählungen nach Soldaten ihr Rindfleisch auf auf der Schneide des Pfluges gegart haben, da es lange verpönt war, Rindfleisch im Haus zuzubereiten oder zu essen. Erst als der KaiIch habe über Sukiyaki gelesen und es passt sehr gut zu uns. Sukiyaki blickt auf eine interessante Geschichte zurück und heißt übersetzt „auf dem Pflug Gebratenes“. Im 2. Jahrhundert sollen den Erzählungen nach Soldaten ihr Rindfleisch auf der Schneide ihres Pfluges gegart haben, da es lange verpönt war, Rindfleisch im Haus zuzubereiten oder zu essen. Erst als der Kaiser nach Rindfleisch verlangte, hielt es Einzug in die japanischen Küchen. 

Heute soll es gemeinsam am Tisch zubereitet werden und die Zutaten variieren ganz nach unserem Geschmack. Ich würde es mit einer Mischung aus Fondue und Raclette vergleichen wollen. 

Ich habe ein ganz zauberhaftes Japanisches Sukiyaki Set mit gusseisernem Topf und Holzverkleidung gesehen. Leider lässt es sich nur mit Brennpaste nutzen, sodass ich mich wahrscheinlich für eine etwas abgewandelte elektrische Variante entscheiden werde. 

09 Apr

Zeitreise

Gemeinsam mit meiner Tochter war ich heute auf einer Zeitreise. Ihre Hausaufgaben erforderten Wissen über die Zeit des Mittelalters, über Lehnsherren, Bischöfe, Fürsten, Könige usw. Ich habe eine Zeit lang viel über die englische Geschichte des 10. Jahrhunderts gelesen und wusste wohl, was gemeint war, konnte es aber nur schwierig in verständlichen Sätzen formulieren. 

Wir hatten wenig Zeit und so beschäftigen wir uns lediglich mit den Jahresringen der Bäume. fragten uns, was mit all den unverkauften Blumen zurzeit geschah und überlegten, was wohl der Osterhase in diesem Jahr bringen würde, da doch viele Geschäfte geschlossen sind. Das schönste Geschenk würde es ja sowieso nicht zu kaufen geben, da es die Gesundheit ist.  

Weder Geschwister würden am Osterwochenende hier sein, noch wollen wir jemanden besuchen aus Angst, wir könnten eventuell das Virus in uns tragen. Es ist unwahrscheinlich, aber allein der Gedanke bewirkt, dass wir voraussichtlich Ostern genauso verbringen werden wie die letzten Tage: glücklich und mit jeder Menge Spaß und allein. 

08 Apr

Anwendungen im Alltag

Inzwischen verbinde ich viele Arbeiten im Alltag mit Karate. Heute zum Beispiel wollten meine Tochter und ich Holz sägen. Es waren nicht allzu starke Äste und doch war es ein gutes Stück Handarbeit. 

Irgendwann hatte ich Zeit zum Nachdenken und ich verglich es mit den Anweisungen im Karate.

Im Vorfeld wurde „der Gegner“, also das Holz geprüft. Fragen, wie zum Beispiel welche Gewichte konnte ich zu meinem Vorteil nutzen, wo sind die besten Schnittstellen ohne Astansätze und nutze ich die Astschere oder die Säge habe ich mir gestellt. Um einen festen Stand zu haben, stand ich Schulterbreit manchmal im Kiba Dachi und manchmal im kurzem Zenkutsu Dachi. Bei dem Zenkutsu Dachi drückte ich abwechselnd das linke oder das rechte Knie gegen den Sägebock und sägte jedoch immer mit der rechten Hand. Also arbeitete ich manchmal im „Oi Zuki“ und manchmal im „Gyaku Zuki“ . Dann achtete ich auf meine Schultern. Sie durften nicht verspannt sein, um möglichst lange durchzuhalten. Die rechte Hand führte gleichmäßige Sägebewegungen aus. Von meiner Ausbildung vor langer Zeit wusste ich noch: Stark nach vorn, locker zurück unter Nutzung des gesamten Sägeblattes. Dabei waren die Bewegungen gerade nach vorn und wieder zurück sehr wichtig, da sonst die Säge verkantete. Dies wiederum ist nur möglich, wenn man gerade zum “Gegner” also zum Holz steht und beide Füße in dessen Richtung zeigen. Mit der linken Hand wurde das Holz fixiert. Wichtig hierbei natürlich auch die entspannte Schulter, aber dennoch ein fester Griff nur aus dem Handgelenk. Um möglichst effektiv zu arbeiten war der richtige Rhythmus ausschlaggebend. 

Arbeiten durch solche Gedanken mit Karate zu verknüpfen sind für mich das, was für andere zum Beispiel das Radio ist. Sie begleiten mich durch meinen Tag. 

07 Apr

Augenblicke

Heute war es endlich soweit. Wir trainierten zum 1. Mal barfuß im Sand. 

Die Sonne schien, der Sand war fantastisch warm und ihn unter unseren Füßen zu spüren, war traumhaft. 

Nicht nur wir freuten uns, auch unsere 2 Hunde und unser Kater wollten einfach nur im Sand toben.  

Solange jeder Zuki oder Fußtritt geräuschvoll auf dem Dummy oder dem Punchingball nieder ging, solange hielten unsere Vierbeiner gebührenden Abstand, aber ein „sprechendes Tablet“ oder geräuschlose Arm- bzw. Fußbewegungen hielten sie nicht davon ab, uns ständig vor den Füßen rumzulaufen. 

Der Spaßfaktor war somit sehr hoch, nur die Drehungen in der Rückwärtsbewegung in der Taikyoku Shodan, die unser Sensei im Onlinekurs aufgegeben hat, war so unmöglich zu schaffen. Zum Schluss wussten wir nicht mehr, was richtig und was falsch war und hatten einfach nur jede Menge Spaß. 

06 Apr

Gemeinsam stark sein

Je mehr Zeit vergeht und je mehr Zeit ich habe, umso klarer scheinen meine Gedanken zu werden.

Es ist an der Zeit, mir bewusst zu werden, was wirklich im Leben zählt und ich lerne die kleinen, unscheinbaren Dinge wieder mehr zu schätzen und dankbar zu sein. 

Auch heute spielte sich das Leben von meiner Tochter und mir zu Hause ab und uns ist noch lange nicht langweilig. Jeden Tag stellen wir uns neuen Aufgaben. Natürlich reden wir immer wieder über Corona und ob die Schule nach den Osterferien wieder beginnen wird. 

Nachrichten sind ernüchternd und bestimmt auch oft erschreckend für meine Tochter und manchmal fällt es mir schwer, überzeugend positiv zu sein. 

Aber wir glauben an ein glückliches Ende und dass wir danach gestärkt aus dieser Situation in unsere Zukunft gehen. 

05 Apr

Umdenken

Noch immer steht an meinem kalender, dass ich in meiner Auszeit in Tokio bin und noch immer denke ich ein wenig wehmütig darüber nach, wie es wohl gewesen wäre.

Heute jedoch bei meiner Arbeit im Garten als mir die Sonne den Rücke wärmte und ich mir die umgetopften Pflanzen ansah, spürte ich eine Zufriedenheit, die mich selbst überraschte. 

Seit keine Ahnung, wie vielen Tagen, ist das Leben auf das Nötigste zurückgefahren. Es tut einfach nicht Not, durch den Tag zu hetzen und ich spürte die Freiheit und Gelassenheit, die ich mir wahrscheinlich von Tokio erhofft habe. 

Wann immer ich arbeiten wollte, tat ich es und wann immer ich Pause machen wollte, tat ich es auch.

04 Apr

Onlinekurs

Noch vor nicht allzu langer Zeit glaubte ich, ich würde die Taikyoku Shodan niemals lernen und jetzt, im Hometraining, setzt unser Sensei alles auf diese Kata.  

Ich habe im Internet gegoogelt und festgestellt, dass es eine gängige Methode zu sein scheint. Blocktechniken und Fußstellungen, die im Vorfeld besprochen und trainiert wurden, werden in den Ablauf der Taikyoku Shodan übernommen und so in bekannter Reihenfolge selbstständig trainiert. 

Kokutsu Dachi oder Kiba Dachi können z.B. mit den jeweilig dazugehörigen Blocktechniken den ursprünglichen Zenkutsu Dachi, Gedan Barai und Oi Zuki Chudan ersetzen. Dabei kann ein Block genauso gut Jodan ausgeführt werden. Durch Fußtritte und Rückwärtsbewegungen kann die Kata ebenso erweitert werden. 

Es ist unglaublich, wie all die Anwendungen der Kata einen neuen Charakter verleihen und welche Herausforderungen die entsprechenden Wendungen darstellen. Man muss genau überlegen, wo sich der erforderliche Drehpunkt befindet. Wenn dann der Blick in die richtige Richtung geht und der Ablauf der Kata im richtigen Rhythmus ausgeführt wird, kann bestimmt jede Ausführung der Taikyoku Shodan spektakulär sein und fantastisch und anmutig aussehen. 

03 Apr

Genau so

Noch vor wenigen Wochen glaubte ich, dass es eine meiner größten Herausforderungen sein würde, wie ich meine Reise organisiere und wie meine Tochter Ostern das 1. Mal ohne mich erleben würde. Die Tatsache, dass ich in diesem Jahr meinen 50 Geburtstag feiern würde, lies mich überlegen, was ich in meinem Leben alles erreicht habe, was ich hätte anders machen können und was passiert wäre, hätte ich mich an bestimmten Schwerpunkten in meinem Leben anders entschieden.  

Ich habe mich nicht für Wege des geringsten Widerstandes entschieden, sondern habe mich so gut es mir möglich war, durch meine Aufgaben gearbeitet. Ich schaue auf turbulente Zeiten zurück und weiß, dass ich mir meine kleine Welt geschaffen habe, in der ich normalerweise keinen Urlaub brauche, denn ich lebe mein Leben und meinen Job wie es mir gefällt und bin glücklich. 

Besondere Ereignisse und Situationen haben in mir den Wunsch reifen lassen, dass ich mehr über Japan und deren Einwohner, Karate und deren Herkunft und die Natur auf der anderen Seite der Welt erfahren möchte und so entstand der Wunsch nach meiner Auszeit in Tokio. 

Die derzeitige Situation bringt es mit sich, dass ich noch intensiver über die letzten fast 50 Jahre nachgedacht habe und darüber, was alles selbstverständlich war und doch gerade jetzt so unwichtig und überflüssig erscheint. Ich konzentriere mich wieder auf wesentliche Dinge, wie zum Beispiel Gesundheit und das Glück meiner Kinder und wie traurig sie sind, dass wir Ostern nicht gemeinsam verbringen können. Da erscheint mir mein Wunsch nach dieser Reise gerade so banal.  

Nichts desto trotz habe ich natürlich auch darüber nachgedacht, ob ich Tokio ein 2. Mal in Angriff nehmen sollte. Auch wenn man heute noch nicht sagen kann, wie die Situation in einem Jahr sein wird, so bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich damals sehr überlegt und mit triftigen Gründen mich für diese Reise in genau dieser Form entschieden hatte. Die Voraussetzungen haben sich nicht wirklich geändert und so denke ich, dass ich genau wieder mit diesen Voraussetzungen dieses Land und diese Leute erleben möchte und deshalb es wahrscheinlich vorziehen werde, weiterhin meinen eigenen Trainingsweg zu gehen und auch die nächsten Prüfungstermine sausen lassen werde. 

02 Apr

Olympische Spiele 2021

Ein wenig wehleidig sah ich auf mein Handy als mich mein Wecker daran erinnerte, mich für das Training vorzubereiten. Es kommt mir vor, als sei es schon eine Ewigkeit her, dass wir im Dojo waren. Andererseits ist es, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich mal wieder über die Erwärmung geflucht habe. Manchmal scheint alles nur ein schlechter Traum zu sein und irgendwie wache ich einfach nicht auf. 

Mit meiner Tochter habe ich über die Olympischen Spiele im kommenden Jahr gesprochen und wie gern sie dort dabei sein würde. Als ich nachhakte hat sie mir dann gesagt, dass es nicht möglich für mich sein wird, zu dieser Zeit in Tokio zu sein, weil ich in dieser Zeit keinen Urlaub nehmen kann. Ja wo sie recht hat, hat sie recht. Manchmal ist es nur ein bisschen erschreckend, wie vernünftig und vorausschauend sie bereits ist. 

Da zurzeit zu viele andere Gedanken in meinem Kopf rumschwirren, haben wir auch nicht weiter über Tokio 2021 gesprochen, sondern konzentrierten uns auf die Fragen im hier und jetzt. 

01 Apr

Wenn das gemeinsame Training fehlt…

Bereits am Morgen erreichte uns eine weitere Mail von unserem Sensei mit einem weiteren Video für unser Home – Training, sowie der Bitte um Anmerkungen, Anregungen und Aktionsfotos.

Ich nahm mir diesmal die Zeit und schaute schon vor der Arbeit, welche Aufgaben er uns stellte. 

Detaillierte Grundübungen bis hin zur Perfektion sind und bleiben sein Markenzeichen. Ich habe während meiner ganzen Arbeit darüber nachgedacht. 

Bisher war es so, dass ich natürlich auch jedes kleine Detail während des Trainings erfragte und wahrscheinlich mit meiner Kleinkariertheit auch manchmal nervte. Ich finde es total spannend und wichtig alles zu hinterfragen, um dann meinen Körper möglichst so zu bewegen und zu kontrollieren, wie es erwartet wird.

Zu Hause jedoch ist es noch gar nicht so lange her, da trainierte ich auf Feldwegen und auf abgelegenen kleinen Plätzen, wo ich mich unbeobachtet und allein fühlte. Inzwischen habe ich mir mein kleines Trainingsparadies geschaffen und mag zwar noch immer keine Zuschauer, aber erzähle doch schon manchmal, dass ich Karate trainiere. 

Dieses, mein ganz privates kleines Training, galt bisher immer dem Erlernen von Abläufen, die ich so schnell im Training nicht begreifen konnte. Mein Dummy soll mir helfen, gezielt und ohne Furcht, Angriffe auszuüben und mit dem Punchingball will ich meine Reaktionsgeschwindigkeit verbessern. Diverse kleine Hilfsmittel sollen mir helfen, gerade zu stehen, Balance zu finden usw… Da meine Ausdauer sehr zu wünschen übrig lässt und ich zum Laufen nicht geboren bin, fahre ich auch viel Rad. All das geschieht draußen und bisher war es immer nur zusätzlich zu meinem Training im Dojo. Jetzt in dieser Situation, werden wir nun alle „gezwungen“ uns noch mehr selbst zu kontrollieren und immer und immer wieder unsere Techniken nachzubessern.  

Ich habe festgestellt, dass dabei die Selbstmotivation zum Erlernen der Jitte und später der Bassai Dai ein wenig auf der Strecke bleibt. 

Ich freue mich auf wärmere Tage und mehr Zeit, dass ich all das unter einen Hut bekomme und meine Tochter und ich vielleicht auch mal ein kleines Video drehen. Aber das wöchentliche Training kann all das leider nicht ersetzen. 

31 Mrz

Aussichen

Meine Tochter fragte mich, ob ich traurig wäre, dass ich jetzt nicht in Japan bin. Und natürlich bin ich in dieser Situation froh, hier bei ihr in Deutschland zu sein. Auch ich habe mir bereits viele Gedanken darüber gemacht.

Der Blick 1 Jahr nach vorn zeigt mir leider sehr deutlich, dass im kommenden Jahr eine völlig andere Situation sein wird. 

Wie immer wird voraussichtlich das JKA-Frühjahrstrainingslager am 2. Wochenende im April stattfinden. Jedoch ist Ostern bereits am 04.04.2021 und die Ferien beginnen bereits am 29.03.2021.  

In diesem Jahr wollte ich bereits 1,5 Wochen vor den Ferien fliegen, sodass ich in den Ferien zurück sein würde und zu Beginn der Schulzeit wieder voll und ganz für meine Tochter da sein würde.

Genau das wird nicht möglich sein, denn wenn das Camp am 2. Wochenende stattfindet, wäre am Montag danach bereits Schulbeginn und ich könnte nicht gleichzeitig in Tokio sein und am Montagmorgen hier für meine Tochter da sein. Auch hatte ich ihr versprochen, sie im kommenden Jahr nach Japan mitzunehmen. Das wiederum bedeutet, dass wir auf 14 Tage Ferien eingeschränkt sind. 

All das setzt voraus, dass ich alles komplett neu planen und organisieren muss. Im Moment weiß ich jedoch nicht, woher ich die Kraft dafür nehmen kann. 

30 Mrz

Kraft der Erinnerung

Seit fast 3 Wochen jagte ein Ereignis das Nächst und ständig wurden wir auf allen Kanälen mit immer wieder neuen Informationen und Szenarien konfrontiert, die manchmal wie ein böser Traum klangen. 

Inzwischen spielt sich unser Leben weitestgehend zu Hause ab, es ist völlig ausreichend am Morgen und am Abend Nachrichten zu schauen, denn in meinen Gedanken bin ich so hin und her gerissen von Hoffnung, dass irgendwie alles gut wird, bis hin zu was passiert, wenn…

Heute, nach der Zeitumstellung, war meine innere Uhr noch eine Stunde zurück und so ergab es sich, dass ich mich beim Bäcker um die Ecke anstellte. Normalerweise habe ich weder die Zeit noch die innere Ruhe, mich dort teilweise bis zu 1 Stunde hinzustellen.  

Als ich dort wartete viel mir ein, wie oft ich als Kind beim Bäcker angestanden hatte, nachdem ich ca 2 km gelaufen war, wie wir immer wieder warten mussten, weil die Brötchen alle waren und wie schön es war durch die fast menschenleere Straße zu laufen und das nicht erst um 8 Uhr wie heute. Ich weiß gar nicht mehr genau, um 5 Uhr oder um 6 Uhr? Damals stand ich auch in Dreierreihen ziemlich weit weg von der Tür, heute stand jeder einzeln mit 2 Metern Abstand. Es war eine sehr eigenartige Situation. 

29 Mrz

Abgesagt

Nachdem ich im vergangenen Jahr bereits meine Reise nach Tokio gebucht hatte, nahmen meine Tochter und ich an einem Lehrgang von Imura Sensei 8. Dan und Shiina Sensei 7.Dan teil. Es waren unglaublich fantastische Einheiten, die wir damals erleben durften. Unser Sensei bezeichnete es als „typisch japanisch“ mit den vielen Wiederholungen der Grundübungen, ob allein oder mit dem Partner. Ich erinnere mich noch gut, dass Imura Sensei ebenso wie Shiina Sensei immer meinte, dass wir noch mehr Power in unsere Ausführungen legen sollten und sie uns wieder und wieder forderten und an unsere körperlichen Grenzen brachten. Dennoch sagte unser Sensei eines Tages: 

„Ich habe mir die Bilder vom Lehrgang angesehen und ich habe selten so viele lachende Kinder bei einem Lehrgang gesehen, wie bei diesen Bildern.“ 

Ich kann mich dem nur anschließen. Das Training mit Imura Sensei begeisterte uns nach wie vor und obwohl es uns wirklich alles abverlangte, Shiina Sensei uns immer wieder aufforderte, noch stärker und noch schneller zu sein, war meine Tochter so begeistert von diesen Tagen, dass sie sich sehr freute, das Shiina Sensei im März 2020, also an diesem Wochenende, wiederkommen wollte. 

Ich hatte, als ich dies erfahren hatte, noch versucht, meinen Flug umzubuchen, aber es wäre mit so viel Mehrkosten verbunden gewesen, dass ich, schweren Herzens in Kauf nahm, nicht an diesem Lehrgang teinehem zu können, da ich in Tokio sein würde.  

Meine Tochter war im ersten Moment unsicher. Bisher hatten wir doch jeden Lehrgang gemeinsam besucht. Jede Veranstaltung war ein gemeinsames Erlebnis. Aber schnell stand fest, sie würde sich Shiina Sensei nicht entgehen lassen und allein dort hinfahren. 

28 Mrz

Unterricht

Nicht nur ich konnte meine Reise nicht antreten, auch meine Tochter ist seit der Schulschließung nur noch zu Hause. Zum Glück sind die Kinder heutzutage mit Handy und Pc ausgestattet, sodass Kontakte gepflegt werden können, aber auch, dass Schulaufgaben auf die Homepage der Schule gestellt werden und die Kids so ihre Aufgaben bekommen. Und ich habe festgestellt, es sind nicht gerade wenig. 

Heute war „Abgabe – Termin“ und ich weiß, dass Karl der Große ihr ganz schön zu schaffen gemacht hat. Ich bin so froh, dass diese Form des Unterrichts mir erspart geblieben ist. Ich bin ein Kind der DDR und für mich bleibt der Frontalunterricht die einzige Form des Unterrichts, die mir zusagt. Ich werde nie vergessen, dass ich erst bei meiner Umschulung nach der Wende mit einer anderen Art des Unterrichts Bekanntschaft gemacht habe. So sagte mein damaliger Dozent immer wieder:

“ Ihr müsst über den Tellerrand hinausschauen und erarbeitet euch folgenden Komplex selbständig!“

Ich habe es gehasst. Ich bin so froh, dass meine Tochter es relativ gelassen nimmt und selbständig an ihren Aufgaben arbeitet.  

Der einzige Wehrmutstropfen heute war jedoch, dass sie mir als Trainingspartnerin fehlte. Also beschloss ich, dass auch ich mich heute auf die Theorie beschränken würde und schaute nur einige Videos und lies mich einfach nur berieseln. 

27 Mrz

Heute möchte ich Danke sagen

Was soll ich sagen? Noch einmal mehr wurde mir heute wieder schmerzlich bewusst, was im Moment in der Welt gerade passiert, als ich heute Morgen mein E-Mail – Programm öffnete und die Mail vom Verein las. 

Ja klar höre ich Nachrichten, ja klar lese ich Blogs und sehe all die Lehrvideos und Trainingsanleitungen angefangen von Erwärmung, über Zumba und Yoga bis hin zu Karate und doch merkte ich, dass die Erinnerung meines Handys zum Training wohl noch öfter vibrieren wird und ich mich dann doch nicht auf den Weg machen würde. Auch der für das kommende Wochenende geplante Lehrgang wird nicht stattfinden. Stattdessen gibt es eine Mail und ein Lehrvideo von unserem Sensei.   

Was für eine verrückte Zeit und seine Aussage ist klar und deutlich: „Ihr könnt zu Hause ohne großes Platzangebot üben und nach der Zwangspause gibt es dann keine Ausreden!“ 

Nach getaner Arbeit schauten meine Tochter und ich uns gemeinsam das Video an. Es überraschte uns nicht, dass es mit Grundlagen begann, die immer weiter aufgebaut wurden und in der Kata Taikyoku Shodan endeten. Es war ein für ihn typischer Trainingsaufbau. Und doch wäre es nicht unser Sensei, wenn er nicht zum Abschluss eine Herausforderung, die mich natürlich erst einmal wieder zum Grübeln oder soll ich sagen…Verzweifeln…. brauchte, einbaute. Wir haben allein nicht so detailliert trainiert und es wird besser sein, dies zu tun, um unnötige Fehler, die sich sonst wahrscheinlich im Laufe der Zeit einschleichen würden, von vorn herein zu unterbinden. Wir werden es auf jeden Fall sehr gern in unsere Trainingsroutine mit aufnehmen und natürlich an der Rückwärtsbewegung in der Taikyoku Shodan arbeiten.

Auch wenn ich weiß, wie wichtig das zu Hause bleiben ist, so freue ich mich doch schon jetzt auf das 1. Training danach. Und vielleicht wirft es ein anderes Licht auf alles, denn bekanntlich wird einem ja oft erst bewusst, was man hatte, wenn man es plötzlich nicht mehr hat. 

26 Mrz

Nutze die Zeit

Noch bevor ich mit meinem Training begonnen hatte, nahm ich mir endlich die vorbereiteten Unterlagen und las, was ich mir zur Kata Jitte ausgedruckt hatte. Auch schaute ich mir mehrmals ein fantastisches Video auf YouTube an. Diese Kata zieht mich immer wieder in ihren Bann.  

Zu viele Dinge schwirrten mir durch den Kopf. Also entschloss ich mich nur für ein leichtes Grundlagentraining und schnappte mir dann mein Rad und eröffnete meine diesjährige Fahrradsaison. 

Ich fuhr zwar nur ungefähr ein Drittel meiner Strecke, aber es war lang genug, um einige meiner Gedanken zu sortieren. 

Zum Schluss blieb ich an dem Gedanken kleben, an dem ich schon vor einem Jahr festhing. Wenn es jetzt tatsächlich so bleibt, dass vorläufig kein Training stattfindet, dann fallen die Sommerprüfungen aller Wahrscheinlichkeit nach aus. Das wiederum bedeutet, dass ich frühstens im Dezember meine Prüfung zum 5. Kyu machen könnte. Bleibt wieder einmal die Frage, ob mein Kumite bis dahin so gut sein wird, dass ich guten Gewissens mit Blau nach Tokio fliegen kann oder ob ich ein weiteres Mal lieber keine Prüfung machen werde, um doch auf der sicheren Seite zu sein. Schließlich wollte ich ja gerade in diesen Tagen intensiv in Tokio trainieren, um dann im Juni eine gute Prüfung zum 5. Kyu ablegen zu können.